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Tobias Straumann

Wirtschaftshistoriker, Universität Zürich

Prof. Dr. Tobias Straumann ist Wirtschaftshistoriker und lehrt an der Universität Zürich. Er hat in Bielefeld, Paris und Zürich Geschichte studiert und mit einer Arbeit über die Entstehung der Industrieforschung im 19. Jahrhundert promoviert. Nach fünfjähriger Tätigkeit als Wirtschaftsjournalist habilitierte er sich mit einer Untersuchung zur Währungspolitik europäischer Kleinstaaten im 20. Jahrhundert. Tobias Straumann war Oberassistent an der Universität Lausanne und verbrachte Gastsemester an der University of California in Berkeley, der Chinese University of Hong Kong und der University of Oxford. Seine Forschungsgebiete: Industrialisierung und technologischer Wandel, Finanzgeschichte und Wirtschaftspolitik.

panel | Deutsch

11.45 Uhr

Review
2019

Schweizer Finanzplatz muss sich um aussereuropäische Märkte bemühen

«Europa kämpft unter seiner Gewichtsklasse», befand auch Cornelia Meyer in der Expertenrunde zu Handlungsoptionen und Szenarien für die Schweiz in Europa. Weil den Europäern eine geostrategische Vision und eine konsequente Zusammenarbeit fehle, hätten sie globalpolitisch kaum Einfluss, so die britisch-schweizerische Ökonomin und Unternehmensberaterin. «Wir müssen unsere europäischen Interessen endlich kohärent vertreten.»

Tobias Straumann zeigte sich auf der Bühne des NZZ SIFF hingegen zuversichtlich, dass sich der Zusammenhalt Europas von selbst erneuern wird. Der Wirtschaftshistoriker und Professor an der Universität Zürich ist überzeugt, dass es einen zweiten Kalten Krieg – dieses Mal zwischen den USA und China – geben wird. Das werde den Westen wieder vereinen. «Das Weltbild, das China verbreitet, muss konsequent bekämpft werden», so der 53-Jährige.

Weiter sagte Straumann, dass die schweizerische Finanzindustrie das Rahmenabkommen mit der EU brauche. «Aber die Glanzzeit des Schweizer Finanzplatz ist vorbei.» Sowohl national als auch innerhalb Europas habe er an Relevanz eingebüsst. Meyer wies darauf hin, dass es durchaus Länder ausserhalb von Europa gebe, die gute und stabile Finanzplätze benötigen. «Um diese sollte sich die Schweiz mit ihrem guten Ruf bemühen.»