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Maurice M. Obstfeld

Ehemaliger Chefökonom Internationaler Währungsfonds
Professor of Economics, University of California

Der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Dr. Maurice Obstfeld fungierte als Mitglied des Rates der Wirtschaftsberater von Präsident Obama. Bevor der Professor und ehemalige Vorsitzende des Department of Economics an die University of California in Berkeley zurückkehrte, war er im Bereich der Beratung von Zentralbanken auf der ganzen Welt, sowie auch der Weltbank, erfolgreich. Von 2015 bis 2018 hatte Dr. Maurice Obstfeld die Funktion des Chef­ökonomen beim Internationalen Währungsfonds inne. Seine Forschung konzentriert sich auf die internationale Ökonomie und Makroökonomie. Seine aktuellen Projekte befassen sich mit dem globalen Kontext der USA, der Architektur des Euroraums, der makroökonomischen Politik in der chinesischen Wirtschaft und den Spannungen in den internationalen Finanzmärkten.

keynote | Englisch

16.30 Uhr

Review
2019

«Die politischen Entwicklungen stellen bewährte Wirtschaftsbeziehungen in Frage»

Maurice M. Obstfeld zeigte im Abschluss-Referat am NZZ SIFF 2019 auf, dass der globale ökonomische Verlauf nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern eng mit kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen zusammenhängt. Seit der Finanzkrise vor zehn Jahren habe es verschiedene politische Ereignisse und Veränderungen gegeben, die man so nicht habe erwarten können. Dazu gehörten etwa der Brexit, aber auch die Zunahme von Nationalismus und Polarisierung sowie ein Backlash gegen «Eliten». «Viele bewährte Wirtschaftsbeziehungen wurden durch diese Entwicklungen in Frage gestellt», erklärte der Professor an der University of California in Berkely und ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds. Das führe zu viel Unsicherheit und die Weltwirtschaft bewege sich deshalb in Richtung synchronisierter Stagnation. Eine weitere schwere Rezession könnte zum Beispiel durch ein gravierendes Einzelereignis ausgelöst werden, so der 67-jährige Amerikaner. Beunruhigend sei, dass die internationale Zusammenarbeit wegen oben genannter Faktoren seit der letzten Finanzkrise schwächer geworden sei. Die Banken seien hingegen heute stabiler, weil sie über mehr Kapital verfügen.