more more Events
Review
Kontakt Advisory Board About

Roberto Balzaretti

Direktor, Direktion für europäische Angelegenheiten (EDA)

Staatssekretär Roberto Balzaretti trat 1991 in den Dienst des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Nach seiner Promotion in Recht an der Universität Bern war er bei der Direktion für Völkerrecht und der Schweizer Botschaft in Washington tätig. 2009 wurde Roberto Balzaretti vom Bundesrat zum Generalsekretär des EDA ernannt. Von 2012 bis 2016 leitete er die Mission der Schweiz bei der EU in Brüssel. Anschliessend kehrte er als Direktor der Direktion für Völkerrecht nach Bern zurück. Im Februar 2018 ernannte ihn der Bundesrat zum Direktor der Direktion für europäische Angelegenheiten und zum Koordinator der gesamten Verhandlungen mit der EU. Zudem wurde ihm der Titel des Staatssekretärs verliehen.

keynote | Deutsch

Review
2018

BREXIT

Brexit: Lose-Lose für GB und Europa
Es sei ein kolossaler Fehler von Grossbritannien, die EU zu verlassen, zeigte sich Sir John Major (Britischer Premierminister 1990-1997) in seinem Keynote-Referat am NZZ SIFF überzeugt. Sowohl die britische Wirtschaft, als auch Europa würden durch das Ausscheiden der Briten aus der Union viel verlieren. So würde für britische Exporteure der Verkauf ihrer Waren im Ausland nicht nur teurer, sondern auch bedeutend komplizierter. Und Europa könne in einer Welt, deren Ordnung immer fragmentierter zu werden drohe, weniger geeint und stark auftreten. Der Ausgang der Brexit-Verhandlungen könnten noch nicht vorausgesagt werden, sagte der Politiker. Er hoffe aber weiterhin auf einen weichen Ausstieg. Eine zweite Abstimmung hingegen, wäre zwar theoretisch möglich, aber auf jeden Fall hochumstritten, so Major.

Grossbritannien und Schweiz zukünftig in einer ähnlichen Lage
Im anschliessenden Panel erörterten Keith Wade (Chefökonom, Schroders), Staatssekretär Roberto Balzaretti (Direktor der Direktion für europäische Angelegenheiten, EDA) und Aymo Brunetti (Volkswirtschaftsprofessor, Universität Bern) unter der Leitung von Ellen Frauenknecht die Auswirkungen des Brexit auf die Schweiz und ihre Beziehungen zur EU. Die drei Gesprächsteilnehmer stimmten dem Speaker Sir John Major zu, dass zum jetzigen Zeitpunkt der Ausgang der Brexit-Verhandlungen noch völlig offen sei. Wade wies darauf hin, dass der anstehende Brexit die Wirtschaft Grossbritanniens wegen der herrschenden Unsicherheit schon jetzt empfindlich geschwächt habe. Brunetti hofft immer noch auf ein zweites Referendum der Briten. Balzaretti unterstrich hingegen, dass die Schweiz auf jeden Fall auf jedes Szenario gefasst sein müsse. Denn nach dem Brexit – egal in welcher Form –, müsse die Schweiz sofort neue Abkommen für den wichtigen Handelspartner Grossbritannien bereithalten. Brunetti kann sich vorstellen, dass die Briten mittelfristig sogar zu einem engen Verbündeten der Schweiz werden könnten, da sie sich bald in Bezug auf ihr Verhältnis zur EU in einer ähnlichen Lage befinden würden.