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Prof. Dr. Aymo Brunetti

Professor für Wirtschaftspolitik, Universität Bern

Prof. Dr. Aymo Brunetti wurde 1963 in Basel geboren. Er studierte Nationalökonomie an der Universität Basel, wo er 1992 promovierte. 1994 war er ein Jahr am Department of Economics der Harvard University tätig. 1996 habilitierte er sich in Nationalökonomie an der Universität Basel und leitete ab 2003 die Direktion für Wirtschaftspolitik im SECO. Seit 2012 ist er ordentlicher Professor an der Universität Bern. Im September 2013 wurde Brunetti zum Leiter einer vom Bundesrat eingesetzten Expertengruppe zur Weiterentwicklung der Finanzmarktstrategie ernannt. Brunetti ist Autor zahlreicher Bücher und Artikel.

keynote | Deutsch

11.30 Uhr

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BREXIT

Brexit: Lose-Lose für GB und Europa
Es sei ein kolossaler Fehler von Grossbritannien, die EU zu verlassen, zeigte sich Sir John Major (Britischer Premierminister 1990-1997) in seinem Keynote-Referat am NZZ SIFF überzeugt. Sowohl die britische Wirtschaft, als auch Europa würden durch das Ausscheiden der Briten aus der Union viel verlieren. So würde für britische Exporteure der Verkauf ihrer Waren im Ausland nicht nur teurer, sondern auch bedeutend komplizierter. Und Europa könne in einer Welt, deren Ordnung immer fragmentierter zu werden drohe, weniger geeint und stark auftreten. Der Ausgang der Brexit-Verhandlungen könnten noch nicht vorausgesagt werden, sagte der Politiker. Er hoffe aber weiterhin auf einen weichen Ausstieg. Eine zweite Abstimmung hingegen, wäre zwar theoretisch möglich, aber auf jeden Fall hochumstritten, so Major.

Grossbritannien und Schweiz zukünftig in einer ähnlichen Lage
Im anschliessenden Panel erörterten Keith Wade (Chefökonom, Schroders), Staatssekretär Roberto Balzaretti (Direktor der Direktion für europäische Angelegenheiten, EDA) und Aymo Brunetti (Volkswirtschaftsprofessor, Universität Bern) unter der Leitung von Ellen Frauenknecht die Auswirkungen des Brexit auf die Schweiz und ihre Beziehungen zur EU. Die drei Gesprächsteilnehmer stimmten dem Speaker Sir John Major zu, dass zum jetzigen Zeitpunkt der Ausgang der Brexit-Verhandlungen noch völlig offen sei. Wade wies darauf hin, dass der anstehende Brexit die Wirtschaft Grossbritanniens wegen der herrschenden Unsicherheit schon jetzt empfindlich geschwächt habe. Brunetti hofft immer noch auf ein zweites Referendum der Briten. Balzaretti unterstrich hingegen, dass die Schweiz auf jeden Fall auf jedes Szenario gefasst sein müsse. Denn nach dem Brexit – egal in welcher Form –, müsse die Schweiz sofort neue Abkommen für den wichtigen Handelspartner Grossbritannien bereithalten. Brunetti kann sich vorstellen, dass die Briten mittelfristig sogar zu einem engen Verbündeten der Schweiz werden könnten, da sie sich bald in Bezug auf ihr Verhältnis zur EU in einer ähnlichen Lage befinden würden.