more more Events
Review
Kontakt Advisory Board About

Keith Wade

Chefökonom, Schroders

Keith Wade ist Chefökonom bei Schroders und verantwortlich für das globale Wirtschaftsteam sowie Schroders Hausmeinung zur Weltwirtschaft. Zudem ist er Mitglied des Group Asset Allocation Committees und vermittelt Schroders Hausmeinung gegenüber Investoren und Kunden weltweit. Keith Wade kam 1988 zu Schroders nach London und hat mittlerweile über 25 Jahre Investmenterfahrung. Seine Karriere begann er als Research Officer an der London Business School. Keith Wade ist ausserdem Treuhänder, ehrenamtlicher Schatzmeister und Vorsitzender desInvestment Committees für Addenbrooke‘s Charitable Trust in Cambridge. Er schreibt regelmässig Beiträge für die Medien und ist Co-Autor eines Buches über Makroökonomie für Studenten. Er selbst hält einen Master in Ökonomie von der London School of Economics.

keynote | Deutsch

Review
2018

BREXIT

Brexit: Lose-Lose für GB und Europa
Es sei ein kolossaler Fehler von Grossbritannien, die EU zu verlassen, zeigte sich Sir John Major (Britischer Premierminister 1990-1997) in seinem Keynote-Referat am NZZ SIFF überzeugt. Sowohl die britische Wirtschaft, als auch Europa würden durch das Ausscheiden der Briten aus der Union viel verlieren. So würde für britische Exporteure der Verkauf ihrer Waren im Ausland nicht nur teurer, sondern auch bedeutend komplizierter. Und Europa könne in einer Welt, deren Ordnung immer fragmentierter zu werden drohe, weniger geeint und stark auftreten. Der Ausgang der Brexit-Verhandlungen könnten noch nicht vorausgesagt werden, sagte der Politiker. Er hoffe aber weiterhin auf einen weichen Ausstieg. Eine zweite Abstimmung hingegen, wäre zwar theoretisch möglich, aber auf jeden Fall hochumstritten, so Major.

Grossbritannien und Schweiz zukünftig in einer ähnlichen Lage
Im anschliessenden Panel erörterten Keith Wade (Chefökonom, Schroders), Staatssekretär Roberto Balzaretti (Direktor der Direktion für europäische Angelegenheiten, EDA) und Aymo Brunetti (Volkswirtschaftsprofessor, Universität Bern) unter der Leitung von Ellen Frauenknecht die Auswirkungen des Brexit auf die Schweiz und ihre Beziehungen zur EU. Die drei Gesprächsteilnehmer stimmten dem Speaker Sir John Major zu, dass zum jetzigen Zeitpunkt der Ausgang der Brexit-Verhandlungen noch völlig offen sei. Wade wies darauf hin, dass der anstehende Brexit die Wirtschaft Grossbritanniens wegen der herrschenden Unsicherheit schon jetzt empfindlich geschwächt habe. Brunetti hofft immer noch auf ein zweites Referendum der Briten. Balzaretti unterstrich hingegen, dass die Schweiz auf jeden Fall auf jedes Szenario gefasst sein müsse. Denn nach dem Brexit – egal in welcher Form –, müsse die Schweiz sofort neue Abkommen für den wichtigen Handelspartner Grossbritannien bereithalten. Brunetti kann sich vorstellen, dass die Briten mittelfristig sogar zu einem engen Verbündeten der Schweiz werden könnten, da sie sich bald in Bezug auf ihr Verhältnis zur EU in einer ähnlichen Lage befinden würden.