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Jörg Gasser

Staatssekretär für internationale Finanzfragen, Eidg. Finanzdepartement (EFD)

Jörg Gasser hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft und Internationale Beziehungen studiert. Im Dienste des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) verbrachte er 10 Jahre in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens. Von 1996 bis 2007 war er u.a. als stellvertretender Chefdelegierter in Pakistan und im Irak, später als Abteilungsleiter in Genf für anspruchsvolle Verhandlungs­führungen verantwortlich. 2008 wurde Jörg Gasser zuerst als Referent für Wirtschafts- und Finanzfragen im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) eingesetzt und später als Generalsekretär. 2011 wechselte er als Generalsekretär ins Eidgenössische Finanzdepartement (EFD), wo er 2016 zum Staatssekretär für internationale Finanzfragen gewählt wurde.

keynote | Deutsch

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2017
2018

Welches sind die zentralen Herausforderungen für die führenden Finanzplätze?

"Welches sind die zentralen Herausforderungen für die führenden Finanzplätze?", ist die Frage, der sich die dritte Fokussession widmet. In der einführenden Keynote benennt Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, die wesentliche Veränderung der jüngsten Zeit: die Abwendung von der kompromisslosen Globalisierung in den Facetten Donald Trump und Brexit. Doch auch noch nicht komplett bewältigte hausgemachte Altlasten wie notleidende Kredite dürften den Finanzplatz in Europa noch beschäftigen, wie die erst kürzlich erfolgte Abwicklung der spanischen Banco Popular zeige.

Die Sicht aus den USA bringt Martin Dahinden als Schweizerischer Botschafter in Washington in die anschliessende Diskussion ein. Sein persönlicher Eindruck sei, dass die Schweiz im Vergleich zu 2014, als er in Washington eintraf, heute nicht mehr so stark unter politischem Druck stehe. Die Anstrengungen etwa in Zusammenhang mit der Weissgeldstrategie würden anerkannt. Die Schwierigkeit sei jedoch, dass die Schweiz zwar einen gewichtigen Finanzplatz beheimatet, als kleines Land aber über wenig politische "Muskeln" verfüge. Auch Jörg Gasser bestätigt als Staatssekretär für internationale Finanzfragen aus der Innensicht, dass die Schweiz auf ihre Stärken setzen müsse, zu denen jedoch nicht das politische Gewicht zähle. Vielmehr könnten etwa die gesetzlichen Rahmenbedingungen attraktiver gestaltet werden mit Gesetzen, die zwar in der Pipeline seien, aber derzeit aus innenpolitischen Gründen auf Eis lägen. Doch nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland übt man sich in Bescheidenheit, betont doch Achleitner, dass nach dem Brexit nicht die drängendste Frage sei, welcher Finanzplatz innerhalb Europas am meisten profitieren könnte, sondern wie zu verhindern wäre, dass das Londoner Geschäft nach New York, Singapur oder Shanghai abwandert.