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Paul Achleitner

Vorsitzender des Aufsichtsrats, Deutsche Bank AG

Dr. Paul Achleitner studierte an der Hochschule St. Gallen sowie an der Harvard Business School Rechts- und Sozialwissenschaften. Nach Tätigkeiten in der Unternehmensberatung bei Bain & Co. war er bei Goldman Sachs im Investment Banking in New York und London tätig, bevor er 1994 als Partner die deutsche Geschäftsleitung übernahm. Sechs Jahre später trat der Österreicher in den Vorstand der damaligen Allianz AG ein. Seit 2012 ist Achleitner Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank AG. Zusätzlich hat er Aufsichtsmandate bei der Bayer AG sowie Daimler AG und ist Honorarprofessor an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung in Vallendar.

keynote | Deutsch

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2017

Welches sind die zentralen Herausforderungen für die führenden Finanzplätze?

"Welches sind die zentralen Herausforderungen für die führenden Finanzplätze?", ist die Frage, der sich die dritte Fokussession widmet. In der einführenden Keynote benennt Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, die wesentliche Veränderung der jüngsten Zeit: die Abwendung von der kompromisslosen Globalisierung in den Facetten Donald Trump und Brexit. Doch auch noch nicht komplett bewältigte hausgemachte Altlasten wie notleidende Kredite dürften den Finanzplatz in Europa noch beschäftigen, wie die erst kürzlich erfolgte Abwicklung der spanischen Banco Popular zeige.

Die Sicht aus den USA bringt Martin Dahinden als Schweizerischer Botschafter in Washington in die anschliessende Diskussion ein. Sein persönlicher Eindruck sei, dass die Schweiz im Vergleich zu 2014, als er in Washington eintraf, heute nicht mehr so stark unter politischem Druck stehe. Die Anstrengungen etwa in Zusammenhang mit der Weissgeldstrategie würden anerkannt. Die Schwierigkeit sei jedoch, dass die Schweiz zwar einen gewichtigen Finanzplatz beheimatet, als kleines Land aber über wenig politische "Muskeln" verfüge. Auch Jörg Gasser bestätigt als Staatssekretär für internationale Finanzfragen aus der Innensicht, dass die Schweiz auf ihre Stärken setzen müsse, zu denen jedoch nicht das politische Gewicht zähle. Vielmehr könnten etwa die gesetzlichen Rahmenbedingungen attraktiver gestaltet werden mit Gesetzen, die zwar in der Pipeline seien, aber derzeit aus innenpolitischen Gründen auf Eis lägen. Doch nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland übt man sich in Bescheidenheit, betont doch Achleitner, dass nach dem Brexit nicht die drängendste Frage sei, welcher Finanzplatz innerhalb Europas am meisten profitieren könnte, sondern wie zu verhindern wäre, dass das Londoner Geschäft nach New York, Singapur oder Shanghai abwandert.