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Martin Dahinden

Schweizerischer Botschafter in den USA

Martin Dahinden studierte an der Universität Zürich (UZH)Wirtschaftswissenschaften. Er arbeitete als Forschungsassistent an der UZH sowie für eine Bank und ein Verlagshaus. 1987 trat er in den diplomatischen Dienst ein und war u.a. bei der schweizerischen Delegation beim GATT in Genf, bei der Botschaft in Paris und Nigeria sowie bei der schweizerischen Mission der UNO in New York tätig. Es folgten Tätigkeiten für die OSZE und die schweizerische Mission bei der NATO. Danach war Dahinden jeweils vier Jahre Direktor des Genfer Zentrums für humanitäre Minenräumung und Leiter der Direktion für Ressourcen und Aussennetz des EDA. Ab 2008 leitete er die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA für sieben Jahre. Seit November 2014 ist er Schweizerischer Botschafter in Washington.

keynote | Deutsch

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2017

Welches sind die zentralen Herausforderungen für die führenden Finanzplätze?

"Welches sind die zentralen Herausforderungen für die führenden Finanzplätze?", ist die Frage, der sich die dritte Fokussession widmet. In der einführenden Keynote benennt Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, die wesentliche Veränderung der jüngsten Zeit: die Abwendung von der kompromisslosen Globalisierung in den Facetten Donald Trump und Brexit. Doch auch noch nicht komplett bewältigte hausgemachte Altlasten wie notleidende Kredite dürften den Finanzplatz in Europa noch beschäftigen, wie die erst kürzlich erfolgte Abwicklung der spanischen Banco Popular zeige.

Die Sicht aus den USA bringt Martin Dahinden als Schweizerischer Botschafter in Washington in die anschliessende Diskussion ein. Sein persönlicher Eindruck sei, dass die Schweiz im Vergleich zu 2014, als er in Washington eintraf, heute nicht mehr so stark unter politischem Druck stehe. Die Anstrengungen etwa in Zusammenhang mit der Weissgeldstrategie würden anerkannt. Die Schwierigkeit sei jedoch, dass die Schweiz zwar einen gewichtigen Finanzplatz beheimatet, als kleines Land aber über wenig politische "Muskeln" verfüge. Auch Jörg Gasser bestätigt als Staatssekretär für internationale Finanzfragen aus der Innensicht, dass die Schweiz auf ihre Stärken setzen müsse, zu denen jedoch nicht das politische Gewicht zähle. Vielmehr könnten etwa die gesetzlichen Rahmenbedingungen attraktiver gestaltet werden mit Gesetzen, die zwar in der Pipeline seien, aber derzeit aus innenpolitischen Gründen auf Eis lägen. Doch nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland übt man sich in Bescheidenheit, betont doch Achleitner, dass nach dem Brexit nicht die drängendste Frage sei, welcher Finanzplatz innerhalb Europas am meisten profitieren könnte, sondern wie zu verhindern wäre, dass das Londoner Geschäft nach New York, Singapur oder Shanghai abwandert.