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Markus K. Brunnermeier

Wirtschaftsprofessor, Universität Princeton , Universität Princeton

Der deutsche Ökonom Markus K. Brunnermeier sollte eigentlich die familieneigene Zimmerei übernehmen. Er entdeckte jedoch sein Interesse an der Ökonomie, holte das Abitur nach und studierte an den Universitäten Regensburg, Nashville, Bonn und der London School of Economics Wirtschaftswissenschaften. Nach seinem Doktorat wechselte Brunnermeier an die Universität Princeton, wo er heute als Professor tätig ist und als Direktor das Bendheim Center of Finance leitet. Er ist spezialisiert auf internationale Finanzmärkte sowie Makroökonomie und untersucht u.a. die Entstehung von Finanzkrisen. Er berät verschiedene Institutionen wie die Deutsche Bundesbank, den IWF und die Federal Reserve Bank von New York. Sein Buch «The Euro and the Battle of Ideas» hat weltweit für Aufsehen gesorgt und gehört gemäss Bloomberg und The Economist zu den besten Büchern 2016.

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2017

Princeton-Professor Markus K. Brunnermeier lädt zum Schluss zum Blick über den Tellerrand des Alltagsgeschäft hinaus. Die Kehrseite des Wandels ist die Unsicherheit, und Quellen hierfür sieht Brunnermeier vor allem im technologischen Wandel sowie in der politischen Unsicherheit. Eines der grössten Rätsel, das Ökonomen umtreibt, ist derzeit die trotz technologischem Fortschritt ausbleibende Produktivitätssteigerung. Brunnermeier propagiert in diesem Zusammenhang eine optimistische Sicht und verweist auf die J-Kurve; aufgrund der hohen Investitionen in neue Technologien sinke die Produktivität erst, bevor sie langfristig steige. In Bezug auf die gegenwärtige politische Landschaft zeigt der Ökonom die wichtigsten Unterschiede zwischen dem französischen und dem deutschen Verständnis einer Marktwirtschaft auf: Stichworte sind Interventionismus vs. Laissez Faire, Solidarität Vs. Verlässlichkeit, Liquidität vs. Zahlungsfähigkeit, Keynesianismus vs. Marktbereinigung durch Krisen. Sodann schliesst er mit der Feststellung, dass solch tiefgreifende Differenzen im Laufe der Zeit auch die Seiten wechseln können; Laissez-faire ist nicht von ungefähr ein französisches Wort, waren doch bis zum Zweiten Weltkrieg die Franzosen im Vergleich zu Deutschland die entschlosseneren Verfechter einer liberalen Marktwirtschaft.