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Huw van Steenis

Global Head of Strategy, Schroders

Huw van Steenis ist seit 2016 Global Head of Strategy sowie Mitglied des Group Management Komitees von Schroders. Er ist für die operative Strategie- und Unternehmensentwicklung des britischen Asset Managers zuständig. Van Steenis weist mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Investment Branche auf. 14 Jahre lang war er bei Morgan Stanley als Global Head Banks and Diversified Financial Research angestellt. Davor arbeitete van Steenis bei JP Morgan sowie der Boston Consulting Group. Er absolvierte sein Studium an der University of Oxford und erwarb einen MBA an der Business School Insead. Für seine Analysen erhielt er mehrere Auszeichnungen. In Umfragen wurde er regelmässig als bester Investor und von Starmine zweimal zum «Stock-Picker» des Jahres gewählt.

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2017

Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik: Was sind die Auswirkungen auf Finanzmärkte und Realwirtschaft?

Das nächste Panel dreht sich um das Anliegen, auf das wohl viele Tagungsteilnehmer schon länger warten: Den Ausstieg aus der expanisven Geldpolitik. SNB-Präsident Thomas Jordan widmet sich in der einführenden Keynote den Fragen, ab wann und in welcher Geschwindigkeit dieser Ausstieg idealerweise stattfinden soll. Ein zu früher Ausstieg würde die wirtschaftliche Erholung abwürgen, bei einem zu späten Ausstieg sei es wie mit einer Ketchup-Flasche: «Man drückt, es kommt nichts, man drückt etwas fester, es kommt immer noch nichts, und schliesslich kommt der ganze Inhalt der Flasche auf einmal», sagt Jordan. So ähnlich könnte es mit der Inflation gehen, wenn die Märkte zu lange mit billigem Geld versorgt werden. Hinsichtlich der Geschwindigkeit betont Jordan, dass die Marktteilnehmer aufgrund erster Zinsschritte der SNB auch ihre Antworten für die Zukunft machen. Daher sei Langsamkeit geboten. Schliesslich spricht der SNB-Präsident Klartext mit Blick auf die Schweiz: Die SNB werde nach wie vor an der aktuellen expansiven Geldpolitik mit Negativzinsen und Devisenmarktinterventionen festhalten, um den Aufwärtsdruck auf den Schweizer Franken zu dämpfen.

In der anschliessenden Paneldiskussion mit Jürgen Stark, Ökonom und ehemaliger Chefökonom der EZB, und Huw van Steenis, Global Head of Strategy beim britischen Assetmanager Schroders, sieht sich Thomas Jordan zwei vehementen Kritikern der Negativzinsen gegenüber. Van Steenis, der Praktiker der Runde, fordert Jordan mit der Bemerkung heraus, die Negativzinsen seien der grösste Fehler der Zentralbanken seit der Finanzkrise. Der Druck auf Geschäftsbanken sei immens. Stark doppelt nach: Die tiefen Zinsen zwängen Investoren, mehr Risiken auf sich zu nehmen, was die Gefahr von Blasen erhöhe. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die steigenden Preise von Aktien und Immobilien. Jordan hält dagegen, die Negativzinspolitik der SNB sei ein grosser Erfolg, ohne sie würde die geldpolitische Lage in der Schweiz heute deutlich anders aussehen. Wichtig sei, den Zinsspread zwischen Euro und Schweizer Franken nicht grösser werden zu lassen.