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Dr. Thomas Jordan

Präsident des Direktoriums, Schweizerische Nationalbank

Thomas Jordan wurde 1963 in Biel geboren. Er studierte bis 1989 Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bern und promovierte 1993. Daraufhin verfasste er während eines dreijährigen Forschungsaufenthalts am Department of Economics der Harvard University in Cambridge, Massachusetts seine Habilitationsschrift. Sein Eintritt in die Schweizerische Nationalbank erfolgte 1997 als wissenschaftlicher Berater. 2002 wurde ihm die Leitung der Organisationseinheit Forschung übertragen. 2007 wurde er zum Mitglied des Direktoriums ernannt und 2010 zum Vizepräsidenten gewählt. Seit 2012 ist Thomas Jordan Präsident des Direktoriums. Er ist Mitglied des Verwaltungsrates der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel sowie des Steuerungsausschusses des Financial Stability Board (FSB).

keynote | Deutsch

8.30 Uhr

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Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik: Was sind die Auswirkungen auf Finanzmärkte und Realwirtschaft?

Das nächste Panel dreht sich um das Anliegen, auf das wohl viele Tagungsteilnehmer schon länger warten: Den Ausstieg aus der expanisven Geldpolitik. SNB-Präsident Thomas Jordan widmet sich in der einführenden Keynote den Fragen, ab wann und in welcher Geschwindigkeit dieser Ausstieg idealerweise stattfinden soll. Ein zu früher Ausstieg würde die wirtschaftliche Erholung abwürgen, bei einem zu späten Ausstieg sei es wie mit einer Ketchup-Flasche: «Man drückt, es kommt nichts, man drückt etwas fester, es kommt immer noch nichts, und schliesslich kommt der ganze Inhalt der Flasche auf einmal», sagt Jordan. So ähnlich könnte es mit der Inflation gehen, wenn die Märkte zu lange mit billigem Geld versorgt werden. Hinsichtlich der Geschwindigkeit betont Jordan, dass die Marktteilnehmer aufgrund erster Zinsschritte der SNB auch ihre Antworten für die Zukunft machen. Daher sei Langsamkeit geboten. Schliesslich spricht der SNB-Präsident Klartext mit Blick auf die Schweiz: Die SNB werde nach wie vor an der aktuellen expansiven Geldpolitik mit Negativzinsen und Devisenmarktinterventionen festhalten, um den Aufwärtsdruck auf den Schweizer Franken zu dämpfen.

In der anschliessenden Paneldiskussion mit Jürgen Stark, Ökonom und ehemaliger Chefökonom der EZB, und Huw van Steenis, Global Head of Strategy beim britischen Assetmanager Schroders, sieht sich Thomas Jordan zwei vehementen Kritikern der Negativzinsen gegenüber. Van Steenis, der Praktiker der Runde, fordert Jordan mit der Bemerkung heraus, die Negativzinsen seien der grösste Fehler der Zentralbanken seit der Finanzkrise. Der Druck auf Geschäftsbanken sei immens. Stark doppelt nach: Die tiefen Zinsen zwängen Investoren, mehr Risiken auf sich zu nehmen, was die Gefahr von Blasen erhöhe. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die steigenden Preise von Aktien und Immobilien. Jordan hält dagegen, die Negativzinspolitik der SNB sei ein grosser Erfolg, ohne sie würde die geldpolitische Lage in der Schweiz heute deutlich anders aussehen. Wichtig sei, den Zinsspread zwischen Euro und Schweizer Franken nicht grösser werden zu lassen.